Sie sind anders und sich doch sehr ähnlich
"Anders als Du" singen die Kinder der Heinrich-Albertz-Schule mit dem Gemischten Chor Flachstöckheim, der sich in "daCapo" umbenannt hat. Foto: Comes

Sie sind anders und sich doch sehr ähnlich

Watenstedt  Der Singkreis der Heinrich-Albertz-Schule und der Chor „daCapo“ präsentieren ihre CD.
Salzgitter-Zeitung, Alexandra Ritter, 25.01.2016

„Anders als Du“ singen die Kinder der Heinrich-Albertz-Schule mit dem Gemischten Chor Flachstöckheim, der sich in „daCapo“ umbenannt hat. Foto: Comes

Mit dem Finger auf andere zeigen ist heute erlaubt. „Ich bin anders als du“ klingt es hell und fröhlich aus Dutzenden Kehlen. Die Kinder der Heinrich-Albertz-Schule und die Sänger des Gemischten Chors Flachstöckheim, der sich kürzlich in „daCapo“ umbenannt hat, proben gemeinsam im Musikraum der evangelischen Privatschule. Die Texte sitzen, die Töne auch. Mit deutlichen Gesten unterstreichen die Kinder die Bedeutung des Titels.

„Anders als du“ ist eins von zehn Stücken, die Schüler und Chor für die CD „Nehmt einander an … wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ in der Kirche in Groß Flöthe eingespielt haben. Sie ist gegen eine Spende in der Schule erhältlich. Wer nun glaubt, das Album, das nach der Jahres-Losung der Evangelischen Kirche betitelt ist, enthalte ausschließlich kirchliche Lieder, irrt. Mit „Nkosi sikelel’i Africa“ etwa haben die Sänger auf ein in Südafrika als politische Hymne verbreitetes Lied zurückgegriffen. Schüler Julius (10) spricht die Geschichte von „Irgendwie anders“. Das Kinderlied „Im Land der Blaukarierten“ besingt erneut das Anderssein – ein Thema, das sich auf der gesamten CD wiederfindet und in Zeiten von Flüchtlingsströmen besonders aktuell ist. Mit dem „Bürgerlied – Ob wir rote, gelbe Kragen“ setzen die Sänger zudem auf ein Volkslied aus dem Jahr 1845.

Ihren ersten gemeinsamen Auftritt hatten Kinder und Verein bereits 2010 anlässlich des Seniorenforums der Ortschaft West. Seitdem hat es Dutzende gemeinsame Auftritte gegeben. Und beiden Seiten macht es Spaß. „Anfangs hat es mich verwirrt, wenn andere Stimmen hinter mir gesungen haben“, berichtet Justus (10), klangen diese doch deutlich älter und tiefer. Hans-Joachim Heinrich (79) lacht. „Ich singe die zweite Bassstimme. Als die Kinder mich das erste Mal hörten, haben sie mich ganz entsetzt angeguckt. Zehn Minuten später waren wir Kumpels.“

Und weil beide Seiten so viel Spaß miteinander haben, soll es weitergehen. Für das Jahresende kündigen Schulleiter Gerd Meiborg und Chorleiterin Susanne Bisson schon die nächste gemeinsame CD an: diesmal mit Weihnachtsliedern. „Keine Allerweltslieder, sondern Ungewöhnliches“, sagt Bisson. So wünschen sich Justus (10) und Samira (9) „Stern über Bethlehem“ und „Tief im Dezember“. Auch ein gemeinsames Konzert soll es bald geben: am 4. Juni in der Fredenberg-Aula anlässlich des Jubiläumskonzerts der Salzgitter-Chöre.

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